Mein Baum-Freund.

Schon als 14 jähriger hab ich dich mit meinem Rad besucht und mich auf die Bank unter dir, geschützt vor Sonne und Regen, gesetzt. Ich hab dort meine erste Zigarette geraucht. Später warst du Zeuge meines ersten Kusses. Mit einen Freund hab ich, mit dem Rücken an dich gelehnt, Zukunftspläne geschmiedet. Träumte von fernen Ländern, die ich im Gedanken besuchte. An traurigen Tagen hab ich bei Dir wieder Kraft geschöpft aber auch Tränen vergossen. So manches Bierchen hab ich in deinem Schatten getrunken. Jahrelang bin ich an dir mit meinem Auto vorbeigefahren und jedes mal zu dir raufgeschaut. Jetzt bist du nur noch ein trauriges, totes Nichts. Wo sind die Zeiten, in denen du wie ein Fels in der Brandung das Gaflenztal unter dir bewachtest?

 

(M.   Oberösterreich)