BAUM-MEDITATION

 

 

 

(Foto: Brigitte V. Zarl- Niederösterreich)

 

 

 

 

Lehne dich mit dem Rücken an einen dicken Baum. Schließe die Augen und spüre den Baum hinter dir, wie er dich umfängt und hält, wie seine Äste dich schützen. Bitte den Baum darum, selbst Baum sein zu dürfen. Gehe in Gedanken durch deine Füße in den Erdboden hinein, lasse dir selbst gedanklich aus den Zehen Wurzeln wachsen, gehe immer tiefer in die Erde hinunter, so tief, bis du den Erdkern erreichst, eine leuchtende Kugel aus weißem Licht. Ziehe nun in Gedanken das Licht durch deine Zehen, deine Wurzeln, deine Füße hinauf in deinen Körper, spüre, wie dieses kraftvolle Weiß durch deinen Körper fließt, durch die Beine, die Hüfte, den Bauch, die Brust und die Arme, den Kopf und über den Kopf hinaus. Lass Äste aus deinem Kopf und aus den nach oben gestreckten Armen wachsen, hinauf in den Himmel, gefüllt mit dem Licht des Erdkerns und berühre mit deinen Fingerspitzen den Himmel. Lasse dieses Licht eine Weile durch deinen ganzen Körper fließen. Ziehe wenn du genug hast die Finger zurück, die Äste zurück, das Licht zurück in den Körper, lass das Licht zurück fließen in den Boden, hole deine Wurzeln zurück, bis du wieder ganz du selbst bist. Bedanke dich danach bei deinem Baum. Vielleicht hast du ein kleines Geschenk für ihn. Eine Nuss oder eine Feder, etwas Tabak oder etwas Milch.  

 

Sonja Raab