Ich bin die Enkeltochter eines Holzknechts. Mein Opa hat für den Baron Rothschild Bäume gefällt und gepflanzt, Rinden abgezogen, er kannte noch die Lohhütten und aus einigen der Bretter die nach seinem Tod auf dem Dach unserer Garage lagerten, machte ein lieber Freund mir einen wunderbaren Kräuterschrank.

Ich heize auch mit Holz, denn unser Haus hat 5 Holzöfen, bisher konnten wir uns keine andere Heizung leisten und so werden für uns pro Jahr 18 Festmeter Holz gebraucht. Uns ist bewusst, dass dieses Holz von Bäumen kommt, die dafür geschlägert werden.

Und es tut uns Leid.

Wir bedanken uns dafür. Manchmal sage ich in Gedanken, wenn wir die Holzhütte einräumen bei jedem Scheit Holz, das wir hinein werfen: "DANKE"...

Ich rede seit vielen Jahren mit Bäumen. Ich schreibe ihre Geschichten auf. Ich bereise die Baumgeister auf schamanische Art. Ich kommuniziere mit den Baumwesen. 

Ich bitte um jeden Ast den ich abschneide, erzähle dem Baum, wofür ich den Ast brauche. Ich bin mir dessen immer BEWUSST und es fällt mir nie leicht, einen Ast zu nehmen.

Ich habe auch schon viele Bäume gepflanzt. Selbst umgeschnitten habe ich noch nie einen. Gerettet habe ich viele, die umgeschnitten werden sollten. Oft konnte ich es im Gespräch mit den Besitzern verhindern.

Und viele Bäume konnte ich NICHT retten. Um jeden Einzelnen ist mir Leid. Es ist, als ob die unsichtbaren Wesen der Bäume noch hier wären. Als ob die Baumgeister auf den Baumstümpfen sitzen und weinen würden. So fühlt es sich für mich an.

 

Den SCHAMANISCHEN Weg habe ich vor über 15 Jahren in den Bergen Tirols begonnen, wo ich meine ersten Trommel- Trancereisen mit einem Schamanen machte und erste Begegnungen mit Krafttieren, Naturgeistern und der nichtalltäglichen Wirklichkeit hatte.

 

1998 lernte ich Augiak, einen Inuit-Schamanen aus der Hudson Bay (Alaska) kennen. Kurze Zeit später führten intensive Träume und Visionen mich tiefer in die Welt der anderen Wirklichkeiten und ich folgte dem Ruf der Geister. Ich besuchte befreundete Ojibwe-Cree-Indianer in Ontario (Kanada), folgte dem Sehnen meiner Seele, wir beteten, sangen gemeinsam, fuhren zu heiligen Plätzen im Algonquin Park und ich begann in der Ferne meine Wurzeln zu finden.

 

Bei einem nordamerikanischen Indianer erlernte ich das Weben von Traumfängern, von Curanderos lernte ich verschiedenste Heiltechniken, Waschungen, Rituale und Gebete der mexikanischen Heilertradition. Ich begann aber diese bewusste Art zu leben und die Tiefe und Kraft der alten Heiltraditionen auch in meiner eigenen Heimat zu suchen und war überrascht, auch hier Techniken, Rituale und Heilweisen zu finden, die weit zurück reichen, bis zu einer Zeit vor dem Christentum.

 

Ich erlernte das „Warzenwenden“ und begann meine eigenen Heilpfade zu gehen, verwoben mit den Berggeistern und Flussgeistern des Ybbstals, mit dem Bewusstsein, verankert im Hier und Jetzt, verbunden mit dem Himmelvater und der Erdenmutter den Weg des heiligen Kindes zu gehen.Meine wichtigste Priorität dabei war es immer, dem Leuchten meines Herzens zu folgen.


In meinem Buch DIE WENDERIN könnt ihr mehr über meinen Weg erfahren.

 

Sonja Raab

 

 

bin alles
bin nichts
reiche über grenzen hinaus
verwurzelt mit der erde,
nach den sternen greifend,
in meinem herzen verankert
bin baum und stein
mensch und tier
stern und meer zugleich